Habgier und Marktmacht

Monopolisten haben sich zu allen Zeiten durch ihr „besonderes Verhalten“ hervorgetan und der derzeitige Monopolist auf dem MMO-Markt ist keine Ausnahme von dieser Regel. Diese Erfahrungen mußten letzthin Addon-Programmierer machen denen nach Änderung der WoW-Addon Regeln faktisch verwehrt deutlich erschwert wird mit ihrer Arbeit auch Geld zu verdienen, jetzt trifft es iPhone Programmierer.

Für mich überraschend ist daß hier eine externe RA-Kanzlei beauftragt wurde, offensichtlich im Auftrag des SchneeSturms. Schauen wir uns mal so an was der arme Programmierer vom Monopolisten an Unsinn Post bekommen hat:

„unauthorized World of Warcraft application for mobile phones.“
Strittig … schließlich verkauft er keinen WoW-Client sondern lediglich ein Programm mit dem man sich seine Chars anzeigen lassen kann. Er liest also wie viele andere auch Armory-Daten aus. Wenn das verboten wäre dann wäre jede Website verboten die das macht.

„Blizzard is one of the world’s leading software publishers „
Falsch … Publisher ist Vivendi

„The distribution of an unauthorized application based upon Blizzard’s intellectual property has and is continuing to cause irreparable damage to Blizzard“
Falsch … denen entsteht keinerlei Schaden aus diesem Programm – im Gegenteil es sind Gadgets wie diese die den „Hype“ um WoW weiter am Leben halten. Besonders peinlich finde ich die Formulierung „irreparable damage“ – da hätte ich ja gerne mal ausgeführt wie dieser Schaden ausehen soll.

„In light of the above, we request that you“
Peinlich … erstmal eine dünne Drohkulisse aufbauen und dann die fette juristische Keule schwingen wohlwissend daß Privatpersonen, Selbstständige und kleine Firmen außerstande sind sich gegen diese vernünftig zu wehren.

Auch wenn die Fanbois gleich wieder weinen … Monopole schaden dem Markt und ohne das Monopol auf dem MMO-Markt müßten wir kaum derartigen Unsinn wie den des guten „Pollie Gautsch“ lesen.

Luna

22 Kommentare

Eingeordnet unter World of Warcraft

22 Antworten zu “Habgier und Marktmacht

  1. Bloß weil jemand ein Monopol hat, hat er trotzdem das Recht zu bestimmen, was seiner Software hinzugefügt wird. Und Blizzards Regel sind klar: Es darf kein Geld damit verdient werden – insofern verstehe ich die Aufregung gar nicht.

  2. Die Rechte an dem iPhone Programm hat aber nicht Blizzard sondern der Programmierer der das Programm erstellt und mit seiner Firma verkauft hat.

    Ebenso bei denn Addon-Programmierer … das war deren geistige Eigenleistung und Rechte liegen bei den Programmierern und nicht bei Blizzard.

    Luna

  3. Verdammt

    Das geistige Eigentum (?, „intellectual property“) von Blizz (oder wem auch immer) sind aber die Daten.

    Gruß,
    Verdammt

  4. Der iPhone Programmier hat aber gar keine Anstalten gemacht sich in den Besitz der Blizzard-Daten zu bringen. Er verändert die Daten auch nicht. Er liest sie lediglich aus, genau so wie Du mit Deinem Browser die Armory-Daten bei jedem Besuch ausliest.

    Was ist denn mit Opera ? Die leben davon daß sie ihren Browser „verkaufen“ (bzw. mit den Einnahmen die sie durch den Vertrieb erwirtschaften). Ist deren Geschäftsmodell auf einmal auch verboten nur weil die Blizzard-Daten auslesen die Blizzard jedem zur Verfügung stellt ?

    Was ist mit Websites die davon leben Blizzard Daten auszulesen (buffed.de, wowhead.com, etc). Ist deren Geschäftsmodell auch verboten ? Nein ist es nicht – aber die können sich auch Anwälte leisten die sich gegen einen Monopolisten wehren können.

    Luna

  5. Goa

    Es ist aber eine Portierung der Daten auf eine andere Plattform für welche die Daten ursprünglich nicht gedacht sind, die ja Blizz vielleicht auch mal selber nutzen möchte.

    Nicht umsonst ist das ja auch ne Vermutung des Programmierers…

  6. Das Hauptproblem daß ich sehe ist daß der Programmierer keine Asche hat. Mein Rat an ihn wäre Warenzeichen und Patent auf sein iPhone Programm registrieren lassen und warten bis der Monopolist mit einem eigenen iPhone-Addon auf den Markt kommt.

    Und sie dann verklagen wegen Diebstahl einer Geschäftsidee und Verstoß gegen den „Sherman Antitrust Act“. Insbesondere die 2te Klage kann nach meiner Einschätzung nicht verloren werden …

    Luna

  7. Verdammt

    Luna, wenn ich mit meinem Browser auf das Arsenal zugreife, dann verarbeitet eine Blizzard-Applikation die Daten.

    (Technisch gesehen müsste ich hier weitergreifen:
    das Arsenal liefert Rohdaten im XML-Format. Mein Browser bearbeitet, formal gesehen, die Rohdaten, die er bekommt. Allerdings mit Hilfe eines XSLT-Stylesheets (die „Logik“), wodurch man durchaus sagen darf, eine Blizzard-Applikation formatiert die Daten).

    Weiterhin (ich habe mich in das Thema nur kurz eingelesen) hat Blizzard eine „Weiche“ eingebaut, mit der sie versuchen, Zugriffe auf die Rohdaten, die die Arsenal-Webserver liefern, auf Browserzugriffe („User“) zu beschränken. Diese Weiche ist allerdings nicht ausreichend, um die Rohdaten ggü. Fremdzugriffen zu schützen.
    Rechtlich will ich mich da nicht einarbeiten (das ist nicht mein Fachgebiet), aber ich kann dir sagen, dass
    a) Blizzard die Applikationslogik (== Applikation?) liefert, welche die Rohdaten bearbeitet und
    b) Blizzard einen (nicht ausreichenden) Versuch unternommen hat, technisch den Zugriff auf die Rohdaten zu verhindern.

    Schlüsse darfst du nun selber ziehen.
    Gruß,
    Verdammt

  8. Verdammt sagt, „… hat Blizzard eine “Weiche” eingebaut, mit der sie versuchen, Zugriffe auf die Rohdaten, die die Arsenal-Webserver liefern, auf Browserzugriffe (”User”) zu beschränken. “

    Das ist richtig ! Aber sie haben bislang nicht versucht irgendwelche Websites die die Armory-Daten anderweitig auslesen, zu verklagen. Die gehören nämlich teilweise sehr sehr großen Firmen mit entsprechenden Rechtsanwälten. Die Schlußfolgerung ob Blizzard selber glaubt sie könnten einen derartigen Prozess gewinnen gebe ich wieder an Dich zurück;)

    Die grundsätzliche Frage lautet doch „gibt es einen Anspruch eines Websiten-Betreibers daß seine Formatierungs-Regeln beachtet werden ? Kann zB die Bild-Zeitung Dich verklagen wenn Du das .css ihrer Website de-aktivierts und ihre Website ohne .css anschaust ? Ich sage „nein“ …

    Luna

  9. Verdammt

    Ehm,

    um es mal mit einem „Kopierschutz“ zu vergleichen: Blizz hat einen solchen eingebaut (mit der nicht funktionierenden Browserweiche).

    Und das mutwillige Umgehen eines solchen ist IMHO (ohne Jurist zu sein) nicht gestattet.
    Eine *.css Datei ist i.A. nicht derartig geschützt.

    Und die Tatsache, dass Blizz bisher keine anderen Webseiten angegangen ist, die das Arsenal anzapfen, heißt nicht, dass sie es nicht machen werden.

    Gruß,
    Verdammt

  10. Verdammt glaubt „um es mal mit einem “Kopierschutz” zu vergleichen: Blizz hat einen solchen eingebaut (mit der nicht funktionierenden Browserweiche).“

    Die „Weiche“ erfüllt nicht die Voraussetzungen als „Kopierschutz“ nach DMCA. Schon in §1201 a) wird dort „effectively controls access“ als Voraussetzung genannt. Es reicht also aus um den Browser-Namen auf „IE“, „Safari“ oder „FireFox“ zu ändern und Ruhe ist 🙂

    Es ist kein Kopierschutz nach DMCA und damit gibt es keine Klagemöglichkeit nach US-Recht …

    Luna

  11. Verdammt

    Ich bin kein Jurist (ich wiederhole mich), aber ein effektiver Kopierschutz kann nicht geknackt werden (sonst wäre er ja nicht effektiv), also ist entweder
    a) die Regelung sinnlos, weil der Fall nicht eintreten kann oder
    b) nicht-effektive Kopierschutze werden trotzdem als solche anerkannt.

    Ich will mich auch nicht in die juristischen Feinheiten knien, dafür sind andere besser geeignet.
    Fakt ist: die Daten, die ausgelesen werden (und damit meine ich die Rohdaten in Form von XML) gehören Blizzard (oder Vivendi/wemauchimmer). Das sollte als Grundkonsens unstrittig sein.

    Und daher haben sie aus meiner Sicht das zumindest moralische Recht, die Benutzung ihrer Daten einzuschränken. Ob man da jetzt gleich klagen muss oder nicht, kA, das sehe ich auch eher kritisch.
    Aber das sie ihre Rechte wahrnehmen und diese schützen wollen, sollte doch wohl erlaubt sein, oder?

    Gruß,
    Verdammt

  12. Die Integrität ihrer Daten ist aber gar nicht in Gefahr. Sie haben sich (ähnlich wie Sony) entschieden diese zu publizieren.

    Jetzt ruinieren sie einen Programmierer der einen „Browser“ für das iPhone programmiert hat. Ich kann keinerlei moralische Legitimität erkennen …

    Luna

  13. Ich bin nach wie vor der Ansicht, wenn ich ein Grundprodukt (WoW) habe, habe ich auch das recht zu entscheiden, ob und wer damit Geld verdient. Seiten wie BeImba! wollen mit den Daten kein Geld verdienen, der iPhone-Programmierer (und bei Addons wurde es auch versucht) schon; was einen riesigen Unterschied ausmacht.

  14. Verdammt

    Hallo,

    Zitat Luna: „Die Integrität ihrer Daten ist aber gar nicht in Gefahr.“

    Ich kann mir aber sehr gut vorstellen, dass die Webserver eine erhebliche Mehrlast dadurch haben, dass automatisiert Daten abgerufen werden. Und eben diese Mehrlast (hier jetzt eine Mutmaßung) war so nicht eingeplant.

    Gruß,
    Verdammt

  15. „Nicht eingeplant“ mag ich gerne glauben, der Eindruck habe ich ja auch häufig im Spiel 😉

    de facto bleibt es aber egal ob die „Mehrlast“ durch manuelle oder durch automatisierte Abfragen erzeugt werden.

    Du kannst auch google nicht verklagen wenn ihre Crawler ihre ID auf „IE“ ändern damit Du sie nicht aussperrts. Also da geht gar nichts …

    Luna

  16. krustoof

    Ihr vergesst wirklich etwas zu betrachten:
    Egal was dieses Programm fürs I-Phone machen kann oder was auch nicht machen kann. Es ist in keinem Fall illegal und tangiert auch keine Rechte Dritter. Von daher kann Blizz soviel rumjaulen wie es will. Nur weil irgendetwas irgendwas kann ist es noch lange nicht illegal (Mein PC kann auch Netzwerke hacken. Ist er also illegal?).
    Aber wie ich das tolle US-Amerikanische Rechtssystem sehe gibt es Blizz recht (siehe Glider-Klage). Wenn ich der Programmierer wäre, würde ich das Programm nicht mehr verkaufen, sondern alles kostenlos anbieten und zu einem Open Source Project zusammenfassen um dieses Programm für sämtliche Plattformen mit I-Netfähigkeit lauffähig zu machen. Dann kriegste das nicht mehr weg und jeder kann es nutzen und Hobby Programmierer verändern es bei Bedarf.

  17. Goa

    @krustoof

    Das kommt darauf an wie man es sieht, das Programm an sich ist in seiner theoretischen Funktionsweise nicht illegal, d.h. seine Funktionsweise verstößt gegen keine geltenden Gesetze.

    Der Inhalt des Programms, nämlich das Auslesen und die Verarbeitung dieser speziellen Daten (ja auch portierung auf eine andere Plattform ist eine Verarbeitung) verstößt jedoch in der vorliegenden Form gegen das Urheberrecht bzw. gegen die Nutzungsbeschränkungen und die AGBs von Blizzard, und ist somit schon illegal und tangiert serwohl die Rechte Dritter.

  18. Nutzungsbedingungen und AGBs von Blizzard sind das Papier nicht Wert auf dem sie gedruckt sind …

    An sich kann man das „Problem“ doch auf 2 Punkte reduzieren.

    1) Darf ich einen Browser programmieren, dafür Geld verlangen und damit frei zugängliche Websites besuchen ?

    Da sage ich ja

    2) Darf ein Websitebetreiber jemanden verklagen weil der mit dem „falschen Browser“ seine Website besucht.

    Da sage ich nein.

    Und damit ist das Thema „an sich durch“ …

    Alles andere was Blizzard da will, verstößt gegen Marken-, Wettbewerbs- und Monopolrecht.

    Luna

  19. Goa

    Das Problem ist aber das Blizzard sowohl den „Browser“ herstellt als auch den Inhalt der „Internetseiten“, und somit die Freigabe seiner Daten kontrolliert. Man kann das recht gut mit Webbasierten Büroanwendungen vergleichen, die ich hier in der Arbeit benutze.

    Die Firma von der das Programm ist stellt über einen Browser den Zugang zu diesen Daten bereit mit denen wir hier in der Firma dann über diese Webanwendung arbeiten. Aber die würden uns was husten wenn wir diese Daten, auf welche wir Aufgrund von unterschriebenen Nutzungsvereinbarungen Zugriff haben, per Dritt-Applikation auf z.B. Blackberrys portieren. Und wenn diese Dritt-Applikation dann damit auch noch Geld verdient wär der Anwaltsbrief nur ne Frage von Stunden…

  20. Blizzard stellt weder „Internet Explorer“ her, noch „Safari“, noch „FireFox“ … insofern kann ich nicht ganz nachvollziehen was Du meinst.

    Also nochmal zum Verständnis – es geht um die Armory-Daten. Das „XSLT-Stylesheets“ ist nur eine „Formatierungs-Vorschrift“.

    Glaubst Du ein Google.crawler beachtet die ?
    Glaubst Du er muß sie beachten ?
    Glaubst Du man könnte Google zwingen ihren Geschäftsbetrieb einzustellen ?

    Luna

  21. Goa

    Ok Browser war ungut formuliert. Blizzard stellt eine Webapplikation zur Verfügung welche die Hauseigenen Daten im Armory für einen normalen Webbrowser verfügbar macht. Genau dafür und nichts anderes ist das Armory da, eine Weiterverarbeitung der Daten, was bei einer Portierung auf eine andere als die vom Hersteller vorgesehene Plattfom gegeben ist, ist von Blizz nicht beabsichtigt oder gewünscht und kann damit untersagt werden.

    Mit welchen Internetbrowser du das an deinem PC ankuckst ist Blizz egal, aber eben nicht das du es an deinem IPhone anschaust, da wie gesagt die das vielleicht selber vermarkten wollen ODER es ganz einfach nicht möchten, der Grund kann uns egal sein, sie haben das Recht dazu . Wenn die Daten erstmal auf einen anderen Plattform sind kann man die weitere Bearbeitung nicht mehr kontrollieren.

  22. Die Daten sind bereits auf einer anderen „Plattform“ weil ich kann ja mit Safari (in der iPhone Version“) auf die Armory Daten zu greifen.

    „An sich“ ist es auch keine andere Plattform weil es ist OSX und dafür gibt es sogar eine Version des Spiele-Clients.

    Und ja sie möchten vielleicht selber einen eigenen „Armory Browser“ für das iPhone verkaufen. Dann sind wir wieder genau da wo wir bei meinem Kommentar #2 (das ist der 6te Kommentar von oben) waren, nämlich „Diebstahl einer Geschäftsidee“ und Verstoß gegen den „Sherman Antitrust Act“.

    Sie können sich dafür entscheiden ihre Daten ins Netz zu stellen. Aber sie können nicht bestimmen mit welcher Hardware/Browser ich Armory benutze.

    Luna