Das dümmste Talent – Teil 2

Platz 2 auf meiner Liste der dümmsten Talenten aller Zeiten ist „Sturmangriff“ – auch deshalb weil es mit einem Sturmangriff aber auch gar nichts zu tun hat. Faktisch ist es doch ein „Teleport-Zauber“ der den Krieger (!) zu seinem Ziel teleportiert. Krieger und Zauber finde ich von Hause aus unpassend aber es kommt noch besser.

Das Teil hat als Nebeneffekt einen „Stun“ und verhindert daß ich oder mein Reittier mich bewegen können. Also selbst ein Kodo oder ein Drachen wird durch diesen „Zauber“ gestunned und wir beide (also mein Reittier und ich) können beide nichts mehr machen.

Daß es schon wieder ein Krieger Talent in diese Liste geschafft hat liegt auch daran daß der Diablo-Barbar eine schlampig designte Klasse ist. Und der WoW-Krieger ist (abgesehen von der Rüstung) eine recht deutliche Kopie. Wozu hat diese Klasse eigentlich Fernwaffen wenn sie sich doch zu jedem Ziel einfach hinteleportieren kann ?

Wenn ich das mit dem DDO_Krieger vergleiche da liegen einfach Welten im Klassen-Design. Rückblickend würde ich den Mitarbeitern des Monopolisten die Fähigkeit intelligente Klassen zu entwickeln völlig absprechen. Mit meinem DDO-Krieger hatte ich nicht nur Spaß, nach meiner Meinung war die Klasse auch in sich schlüssig und überzeugend.

Ich bin auch weiterhin dankbar dafür daß ich mich 2006 entschieden habe DDO zu spielen und gesehen habe was möglich ist wenn Entwickler beim Arbeiten nüchtern sind.

Luna

8 Kommentare

Eingeordnet unter DDO, World of Warcraft

8 Antworten zu “Das dümmste Talent – Teil 2

  1. Verdammt@Kargath

    Hi,

    ich finde, du siehst das an der Stelle etwas zu realistisch.

    1) Der Krieger trägt eine mächtige Rüstung. Natürlich ist diese magisch verstärkt, diese Magie wirkt aber nicht im magieverstärkenden, sondern im kräfteerhöhenden Sinne auf den Krieger. Dadurch ist er in der Lage, seine (inkl. Rüstung) hohe Körpermasse schnell in Bewegung zu bringen und einen Ansturm (bzw. Abfangen) auf den Gegner auszuüben.
    Bei der Frage, ob es möglich ist, so schnell zu laufen (und ja, es ist ein Lauf, und kein Teleport!), ist also nur zu klären, ob die Rüstung das entsprechend hergibt. Anscheinend: ja.

    2) Wenn mich ein 150kg Koloss anspringt, während ich auf dem Pferd sitze, bin ich betäubt. Warum sollte es meinem Pferd anders ergehen?

    Gruß,
    Verdammt

  2. Goa

    Muss ich Verdammt ganz klar zustimmen.

    Und generell find ich die Disskussion über Realitätsnähe in einem Fantasy-Spiel nicht unbedingt Sinnvoll.

  3. Ein gutes Fantasy-Spiel zeichnet sich nach meiner Meinung durch eine gute innere Logik aus. Das heißt auch wenn es um Zauber & Magie geht sollte es eine gewisse Glaubwürdigkeit geben.

    Im Gegensatz zu einem Comic bei dem es diese innere Schlüssigkeit nicht gibt und bei dem die Figur von einer Eisenbahn überfahren werden kann und hinterher zwar völlig platt aber unverletzt ist.

    Vom Grunde her bescheinigt ihr beide WoW ein Comic-Spiel zu sein.

    Luna

  4. Goa

    Nun ja, wie Verdammt oben beschrieben hat besitzt „Sturmangriff“ ja durchaus eine Logik, und ich sehe nicht wo es gegen die Gesetze eines Fantasyspiels verstoßen würde.

    Das die schwere Ausrüstung die Beweglichkeit des Kriegers einschränken würde entspricht ja nur der Logik des RL, dort wäre es natürlich quatsch, in WoW folgt die Fähigkeit aber der Spieleigenen Logik und ist durch diese Problemlos erklärbar.

  5. Goa

    Mist zufrüh abgeschickt….

    Auch Comics entsprechen Ihrer inneren Logik wenn die Figuren eigentlich tötliche Ereignisse überstehen. Die Unsterblichkeit eines Toons ist nunmal eine Grundlegende Eigenschaft und Teil der Comicwelt, wenn man von Realcomics wie DarkKnight etc absieht, welche aber wiederum eine eigene Form darstellen.

    Die innere Logik von WoW mag dir nicht zusagen, aber gebrochen wird sie durch Sturmangriff noch lange nicht 🙂

  6. Rurjaos

    Die Intension des Posts ist mir (fast) klar, Talente/Fähigkeiten mit einem hohen Maß an Abweichung von Realität und vor allem Klassenintegrität aufzudecken. Wo ich den Wirbelwind wirklich nicht schönreden könnte, so macht doch der Ansturm noch Sinn, wenigstens, wenn von mehr als ’nem Gnom ausgeführt. Selbst die kleinen Biester dürften incl. Rüstung von ~50Kg auf ein Gesamtgewicht von 100Kg kommen, gehörnte Kollegen/Kolleginnen und auch Weltallziegen/böcke auf locker über 200kg. Wird diese Masse dann über 8-25m auf etwa 40km/h beschleuniigt, ist eigentlich der Umstand der leichten Benommenheit die Dummheit an dem Talent… Und ich fände es eigentlich auch schöner, wenn wenigstens ein Umkippen mit im Spiel wäre. BÄM!
    Aber schon richtig, am Krieger gibts vermutlich weil man ihm sämtliche magische Begabung und damit physikunabhängige Erklärungen für sein Verhalten abspricht, am meisten zu mäkeln… obwohl… ist bei Schurken Nanotechnologie im Einsatz, wenn sie mit ihrer Umwelt verschmelzen? Woher nimmt der Jäger die vielen Pfeile, die obwohl nicht ballistisch verschossen, von oben AoE-Schaden verursachen? Nichtmagische Klassen opfern da ein wenig Integrität dem abwechslungsreichen Spielfluss…

  7. Habt ihr euch schon mal die Frage gestellt, warum bei der Plattenrüstung vom Krieger auch Stärke als Attribut vorhanden ist!?

    Ohne Stärke könnte der Krieger sie doch gar nicht hochheben, logisch oder? 😉

  8. Krieger brauchen STR um sich in ihrer Rüstung überhaupt bewegen zu können. Realistische Gewichte für eine Plattenrüstung sind 20-30 kg – auch ohne 5 Tonnen schwere Dornen auf den Schultern.

    Aber zwischen bewegen können und herumhüpfen wie ein Flummi liegen Welten 🙂

    Luna